Und hier eine Fabel à la Aesop. Wer eine Moral findet darf sie behalten!
Es war einmal ein Schwein, das lebte auf einem Bauernhof und es mangelte ihm an nichts. Jeden Tag kam der Bauer und fütterte es mit den tollsten Leckereien. Es konnte sich im Schlamm suhlen, sich die Sonne auf den Bauch scheinen lassen - kurz - den ganzen Tag einen schönen Lenz machen, genauso wie es schon sein Vater und sein Grossvater gemacht hatten. Diese hatten es jedoch immer ermahnt von seinem Wohlstand etwas abzugeben. Wenn jemand in einer priviligierten Position ist, dann muss man weniger glücklichen helfen. Und so tat es das Schwein auch. Es machte ihm nichts aus, wenn die anderen Tiere die letzten Reste bekamen.
So bedienten sich auch die Spatzen täglich. Da das Schwein seinem Namen alle Ehre machte, fielen während dem Fressen genug geniessbare Teile umher und so konnten sich die Vögel gütlich tun. Doch eines missfiel dem Schwein. Die Spatzen wurden ihm zu vorlaut. Sie beschwerten sich darüber, dass das Schwein keine Dankbarkeit für seine Position zeigte. Sollte es nicht als intelligentes Wesen sich etwas mehr für die kleinen Kreaturen einsetzen? Sollte es nicht genug Weisheit besitzen um vor allem im Winter den anderen Tieren ein würdiges Dasein zu ermögichen?
Dieses Gezwitscher ging dem Schwein auf die Nerven denn es wurde von Tag zu Tag lauter und zu allem Übel enleerten einige Spatzen die verwerteten Essensreste über dem Schwein. Daher beschloss es sich eine List zu überlegen.
Eines schönen Tages, als die Vögel sich wieder anschickten, die Essenreste zu ergattern rief es laut: "Da! War das nicht eine Katze". In blinder Angst flüchteten die Spatzen und das Schwein hatte Ruhe bis zur nächsten Fütterung. Es wiederholte seine List Tag für Tag und konnte fand sogar Spass daran. Irgendwann jedoch liessen sich einige der Vögel nicht mehr beeindrucken und wurden wieder aufsässig.
Da rief das Schwein eine Versammlung ein und die meisten Spatzen, die sehr neugierig waren, hörten zu.
"Es ist etwas schreckliches geschehen meine Freunde! Der Kater des Bauern hat Junge bekommen und sie sind schon fast erwachsen! Ihr seid Eures Lebens nicht mehr sicher! Seht diese Feder! Sie ist der letzte Rest der von einem Eurer Leute übrig geblieben ist! Ihr seid Eures Lebens nicht mehr sicher!"
Die Spatzen waren ausser sich. Einige bezweifelten die Worte, doch die Mehrheit liess sich überzeugen, hatte doch das Schwein eine Spatzenfeder in der Klaue!
"Ihr wisst dass ich immer Euer Bestes wollte,..", fuhr das Schwein fort. "...und daher habe ich Euch eine Behausung gebaut, in der ihr sicher leben könnt.".
Es zeigte auf den alten Vogelkäfig des verblichenen Kanarienvogels des Bauern, der in der Scheune stand.
Die Vögel stimmten zu! Man muss etwas Freiheit opfern um sicher zu sein und sie zögerten nicht. Sie zwängten sich in Scharen in den Käfig und als sie alle dort Platz genommen hatten klappte das Schwein mit einem Schlag die Tür zu und hatte endlich seine Ruhe.
Einige Zeit später musste der Bauer das Schwein schlachten. Die Ernte war verdorben aufgrund der vielen Schädlinge. Es waren keine Vögel da, die sie bekämpfen konnten.
Donnerstag, September 03, 2009
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